I Promise… Eine bewegte Meditation über Versprechen, die wir nie gegeben haben

performativer Stadtrundgang, 2014

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Zeitgenössische Gesellschafts- und Wirtschaftskontexte verlangen immer mehr, immer weitreichendere und intensivere Versprechen bezüglich individueller Entwicklung, bezüglich der Teilhabe und Teilnahme jedes Einzelnen, bezüglich der Verantwortung, die jede(r) für sich und andere übernimmt.
Stadtentwickler versuchen gleichzeitig die Potentiale der Kommunen auszubauen, neue wirtschaftliche Kontexte zu erschließen und Lücken, die etwa der Niedergang von Wirtschaftszweigen gerissen hat, zu schließen und mit neuen Visionen zu kompensieren.
Aber passen diese Visionen mit den Bedürfnissen der BürgerInnen zusammen? Erhoffen sich die Institutionen von den BürgerInnen etwas, das deren Interessen entspricht? Sind Leistungsversprechen, die die Einzelnen abzugeben haben realistisch und erstrebenswert? Und welcher Instanz gegenüber wird das Versprechen überhaupt ausgesprochen? Wer nimmt es ab, wer profitiert davon und was bedeutet es,  Versprechen zu halten oder zu brechen?

Ausgehend von diesen Fragen erarbeitet der Künstler und Regisseur Jens Heitjohann gemeinsam mit Dortmunder Bürgern  einen Rundgang durch das UNION-Viertel – vorbei an Stätten des alten, des gegenwärtigen und des zukünftigen Wirtschaftens  – geleitet und begleitet von den Geschichten und Erfahrungen der Bewohner selbst.
Jenseits der offiziellen Entwicklungskonzepte entsteht für die Besucher von I Promise… Eine bewegte Meditation über Versprechen, die wir nie gegeben haben so eine neue Topografie der Stadt. Das Dortmunder Westend stellt als Standort der ehemaligen Dortmunder Montan- und Bierbrauindustrie und heutige Heimat junger Kreativer und Existenzgründer seit jeher einen zentralen Visionspunkt der Stadt dar und liefert  die ideale Folie für den Bürgerlauf.
Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine künstlerische Fortschreibung  der 2013 im Rahmen des New Industries Festivals im Dortmunder U realisierten Stadtraum-Performance I promise, I am the Future. Einige der damals beteiligten Bürger, ebenso wie neue Akteure, kommen hier zusammen und spitzen gemeinsam vor dem Hintergrund der vorherigen Erfahrungen die Interventionsanliegen zu. Ein echtes Dortmunder Bügerensemble!

Mit: Reinhard Stuttmann, Mia Ising und Evrim Cem Kücükkaya,
Olga Fainchtein, Mahnaz Rashidkhan, Karl Ratschmann und Lena Mösko

Regie: Jens Heitjohann
K
ünstlerische Leitung: Katja Aßmann und Fabian Saavedra-Lara
D
ramaturgische Beratung: Aline Benecke
Geschäftsführung & Projektmanagment: Johanna Knott
P
rojektleitung: Annette Bohn
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Klaas Werner
Szenographie: Britta Eiermann
Regiehospitanz: Samira Yildirim

Ein Projekt von Urbane Künste Ruhr
und Bohème Précaire e.V. zur Förderung zeitgenössischer Kunst.

Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund und dem
NRW Landesbüro Freie Kultur.
Mit Unterstützung der DEW 21.

Link zu der Videodokumentation folgt in Kürze.