Museum des Augenblicks

Installation, 2008

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Ist er der Blick, der viel zu lange trifft? Ist er das Ei mit Senfsoße? Oder das glückliche Ende einer linken Gegendemonstration,zuder die Neonazis einfach nicht auftauchten? Welcher ist jener Augenblick, den Faust zum Verweilen einladen wollte? Nach diesem ebenso ersehnten wie gefürchteten Moment, dem “Verweiledoch“, hat das Regieduo “Auftrag:Lorey“ gemeinsam mit Jens Heitjohann dreißig alte Frankfurter befragt und ihre Antworten zu einer Installation zusammengefügt, dem “Museum des Augenblicks“. Per Kopfhörer wird eine Tonmontage zugespielt, Fragmente von Glückserz.hlungen. Dazwischen klappern Gebisse, gluckern Mägen, rasselt Atem. Poröse Stimmen schildern ein besonderes Essen, sprechen von Augenblicken des Verliebens, und eine Stimme erzählt mit hell klingender Freude gar von einer Kutschfahrt zur Hochzeit durch eine zerbombte Stadt: “Keine Luftangriffe mehr. Friedlich Ein ganz neuer Anfang.“
Esther Boldt, nachtkritik, August 2008

Inspiriert vom Faustischen Moment des höchsten Glücks befragten Steffi Lorey, Björn Auftrag und Jens Heitjohann 27 ältere Frankfurter nach einem entscheidenen Moment in ihrem Leben. Präsentiert wurden die Aufnahmen als 10-Kanal Videoinstallation auf der Fassade des Schauspiel Frankfurt. Die Stimmen, ebenso wie Körpergeräusche der Befragten, wurden dem Zuschauer über Funkkopfhörer zugespielt. Diese erlaubten es ihm sich auf dem weitläufigen Theatervorplatz frei zu bewegen und den Erzählungen zu folgen.

Auftragsproduktion zusammen mit Auftrag:Lorey für goetheffm Festwochen am Schauspiel Frankfurt.

Videodokumentation